Fernwanderweg E5: Alternative Routen

…oder nachher ist man immer schlauer…so wohl auch was die Planung von Touren angeht…so auch auf dem Fernwanderweg E5 😉

Grundsätzlich waren wir mit den Touren zufrieden, anschließend kann man natürlich vieles besser machen. Eigentlich schade, dass man so eine Tour nicht öfter macht (oder doch?). Daher hier unsere Erfahrungen und Ideen zu Alternativen. Für alle diese Alternativen haben wir auf der Tour auch Leute getroffen, die diese Varianten gewählt haben…sie scheinen also nicht ganz unmöglich zu sein.

Umgehung Memminger Hütte

Leider war die Memminger Hütte alles andere als toll (siehe Reisetagebuch). Vielleicht lag es an dem Höhepunkt des schlechten Wetters und der Überfüllung dank Hochsaison, aber wir scheinen nicht die einzigen zu sein, denen die Memminger Hütte alles andere als gefallen hat.
Entsprechend wäre sie eine Um- bzw. Übergehung wert.

Diese Variante ist wäre eher geübten Wanderern oder in Kombination mit der Übergehung der Kemptner Hütte durch die folgende Etappenänderung empfehlenswert:

  1. Kemptner Hütte – Zams (Nur für geübte!)
    Diese Variante würde bedeuten das man eine als zweite Etappe direkt von der Kemptner Hütte nur einen Zwischenstopp an der Memminger Hütte einlegt und dann direkt weiter nach Zams geht.
    Die Strecke ist erheblich, auch wenn man von Bach das Taxi zur Gepäckseilbahn der Memminger Hütte nutzt bzw. das Gepäck bis zur Memminger Hütte über Seilbahn transportieren lässt.
    Für uns wäre diese Variante nicht in Frage gekommen, dafür war das Wetter auch zu schlecht. Außerdem ist der Durchstieg der Seescharte nach der Memminger Hütte recht heftig. Nicht nur der Aufstief zur Seescharte selbst, sondern auch anschließend der Abstieg nach Zams.
    Für Leute, die noch etwas von der Gegend haben möchte, hier oder da auch mal Rast einlegen möchte ist dies nicht empfehlenswert!

oder

  1. Oberstdorf – Holzgau / Bach
    Da der Aufstieg zur Kemptner Hütte recht einfach ist, ist dies eine gute Alternative für alle, die keinen Wert auf Hütten-Übernachtungen legen oder die Pension im Tal einfach vorziehen. Trotz Regen und Neben waren wir schon gegen Mittag an der Kemptner Hütte, es wäre an sich also noch genug Zeit für den Abstieg nach Holzgau gewesen. Von dort sind es dann auch nur ca. 1 – 1,5 Stunden flacher Spaziergang nach Holzgau.

  2. Holzgau / Bach – Zams
    Holzgau ist dann ein idealer Ausgang für die nächste Etappe, da hier auch das Wander-Taxi über Madau zur Talstation der Gepäckseilbahn von der Memminger Hütte startet. Natürlich kann man sich auch zu Fuss durch das Madau-Tal quälen, aber schön ist der Weg entlang am Alpenschonbau nach Madau und dann weiter am Parseierbach nicht: man muss die Straße nutzen. Außerdem zieht sich alleine dieses Teilstück gut 2-3 Stunden bis man den recht starken Anstieg zur Memminger Hütte beginnen kann.
    Startet man in Bach sollte man es zum Mittag bis zur Memminger Hütte schaffen. Die Landschaft dort hat bei schönem Wetter sicherlich seinen Reiz, wir konnten es leider nicht genießen…:-(
    Anschließend muss man sich dann doch sputen, der Aufstieg zur Seescharte und der Abstieg nach Zams waren für uns mit die schlimmste Etappe (Schuld war wieder das Wetter). Wer nicht in Zams selbst übernachten will sondern an der Bergstation Venet oder auf Höhe der Mittelstation in der Schihütte Zams sollte auf jeden Fall aufpassen, das man die letzte Fahrt der Seilbahn erwischt. Die Schihütte Zams bietet einen Abholservice in Zams an, dieser ist aber natürlich wieder extra zu bezahlen.

Zams direkt zur Braunschweiger Hütte

Nach der Etappe von Zams über Wenns hat uns der Aufstieg zum höchsten Punkt der Tour auf die Braunschweiger Hütte zu viel Respekt eingeflößt. Daher wollten wir vorher in Mittelberg übernachten, auch wenn wir von Wenns nach Mittelberg den Bus genommen haben. Für uns war diese Entscheidung auch richtig, wen das aber nicht abschreckt, kann auch von der Wendestelle Mittelberg sich direkt zur Braunschweiger Hütte aufmachen. Je nach Erfahrung und Fitness sollte man hierfür aber sicher 3 – 4 Stunden einplanen.

Braunschweiger Hütte über Pitztaler Gletscher

Sicherlich eine interessante Variante, von der wir erst im Nachhinein von einem Paar gehört haben. Diese sind von Mittelberg nicht über die Gletscherstube zur Braunschweiger Hütte, sondern von Mittelberg mit der Gletscherbahn zu den Pitztaler Gletschern. Von dort scheint es eine Route über die Gletscher entlang der Gipfel zur Braunschweiger Hütte.

Übernachtung Pfandleralm statt St. Martin

Dies hatten wir eigentlich geplant, leider war die Pfandleralm für die geplanten Tage bereits ausgebucht. Daher mussten wir im Tal in St. Martin übernachten. Richtige Betten, ein Ort, Dusche mit Warmwasser sind sicherlich nicht schlecht

Da man sich aber schon etwas über dem Ort befindet und für die Übernachtung eigentlich absteigen und am nächsten Tag wieder aufsteigen muss, ist unsere Etappe hier sicher ineffizient gewesen. Grundsätzlich sollte man eine Übernachtung auf der Pfandleralm vorziehen, immerhin spart man sich so insgesamt bestimmt 2 Stunden.

Zusätzlich ist die Pfandleralm ein Stück der Südtiroler Geschichte, diente sie 1809 dem Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer als letztes Versteck, wo er auch gefangengenommen wurde.

Kaunergrat Alternative

Fernwanderweg E5: Kaunergrat HütteEine der bekanntesten Alternativen, die für uns aufgrund der Zeitplanung leider nicht zur Diskussion stand. Die Alternative bedeutet 3 Etappen mehr und stellt wohl die schönste aber auch fordernste Etappe des E5 dar. Auf der Kaunergrat-Route über die Kaunergrathütte und Galflunalm kommt man am Madatschjoch auch über die 3.000m-Marke hinaus und hat die Möglichkeit direkt nach Meran oder über Zwieselstein nach Bozen zu gehen.

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