Fernwanderweg E5: Kemptner Hütte – Memminger Hütte

Das Reisetagebuch unserer zweiten Etappe auf dem Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Bozen: Kemptner Hütte – Memminger Hütte.

Wir haben noch die Hoffnung das durch frühes Aufstehen alles gut wird…doch der erste Blick aus dem Fenster lässt uns nichts gutes für den kommenden Tag erahnen.

Grenzschild am Mädelejoch hinter Kemptner HŸtteAufstieg zum Mädelejoch

Um 7:00h stehen wir auf, kurzes frisch machen und Frühstück, dann geht es gegen 8:15h los. Nach nur 30 Minuten Aufstieg hat man die Deutsch-Österreichische Grenze am Mädelejoch erreicht. Leider haben wir wettertechnisch wieder überhaupt kein Glück…Nebel…Nieselregen…das haben wir uns anders vorgestellt.

Abstieg nach Holzgau

Rossgumpen AlmASimmswasserfall bei Abstieg von Kemptner Hütte nach Holzgaunschließend beginnt der Abstieg über 3:15h nach Holzgau. Bis zur Roßgumpenalm ist es der typische E5-Pfad wie er uns die nächsten Tage des öfteren begleiten wird. Es geht durch Almen und über Kuhzäune. An der Roßgumpenalm machen wir kurz halt und hoffen uns am Ofen etwas aufwärmen und trocknen zu können, aber dafür reicht es schon leider nicht mehr aus. Dafür ist der Weg ab dort wesentlich einfacher, fast schon ein „Rentner-Zement-Track“, landschaftlich aber wirklich schön. Durch Schluchten, immer am Bach entlang, immer wieser gesäumt von tollen, reissenden Wasserfällen.

Um 11:30 erreichen wir Holzgau und entscheiden uns zu Fuß weiter nach Bach zu gehen, da die Strecke einfach nur ein paar Kilometer flach geradeaus ist.

Mittag in Bach

Bach selbst schein ein kleiner Ort mit 3 Wirtshäusern, einem Spar-Markt – dafür aber mit zwei Autohäusern zu sein. Hier wissen wir noch nicht, dass es für lange Zeit unser letztes richtiges Mittagessen sein wird. Gar nicht so sehr weil es nicht auf dem Weg die eine oder andere Hütte oder Ort geben würde, sondern einfach weil wir uns umstellen; wir brauchen es nicht mehr!

Ich werde zwar zwischendurch den einen oder anderen Müsli-Riegel und Traubenzucker brauchen, richtiges Essen gibt es aber nur noch Abends auf den Hütten.

Die erste Schummelstrecke: per Taxi durchs Madautal

Nach dem Mittag regnet es nur noch. Im Wirtshaus sagte man uns noch dass sich die Strecke gut zieht, wer aber gut zu Fuß ist könne den Weg zur Talstation der Gepäckseilbahn der Memminger Hütte in 2,5 – 3 Stunden schaffen. Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns dann aber doch für die 11€ pro Person für das Taxi. Auf der Strecke sehen wir immer wieder ein paar harte die es doch zu Fuß versuchen…sie sehen schon sehr genervt und vor allem nass aus…

Wer vorab schon das Taxi einplanen will, sollte sich den Fahrplan anschauen.

Regenponcho, Regenhose und Gamaschen für den Aufstieg

Aufstieg Memminger HütteNoch im Taxi machen wir uns fertig, es erinnert mich ein bisschen an die Vorbereitungen beim Tauchen bevor man ins Wasser springt…Nicht nur Poncho, sondern auch Regenhose und sogar Gamaschen werden ausgepackt…und sie sind auch leider sehr nötig.

Wir wissen nicht ob es nur der Regen zu Beginn unserer Tour ist der uns einfach demoralisiert und somit nicht gerade Kräfte frei setzt. Aber der Aufstieg zur Memminger Hütte war alles andere als eine Freude. Immer wieder müssen wir kurz verschnaufen, 2,5 Stunden Treppen steigen, aber auf Matsch und Stein…eine übrigens sehr rutschige Kombination.

Aufstieg Memminger HütteDer Ausblick ist dafür phänomenal. Das Wasser (und davon gibt es diese Tage genug in den Bergen) fällt immer wieder auf enormen Breiten die Berge hinunter, sucht sich anscheinend neue Wege, die es sonst nicht nimmt. Einige der Wasserfälle müssen wir auf Metalplanken überqueren, da sich das Wasser aber mittlerweile auch andere Wege sucht auch immer wieder auf Steinen überqueren.

Aber die Kurven sind trügerisch. Man denkt „nur noch eine Kurve, dann müssen wir doch da sein“. Zum Glück sieht man dann die Memminger Hütte vom Weiten, die letzten 500m geht es flach, fast wieder herunter in die Senke in der die Hütte steht, das motiviert!

Bitte auslassen: die Memminger Hütte

Die Hütte ist allerdings voll, sehr voll und es ist die einzige Hütte bei der man sich für die Planung zwar vorab anmelden aber nicht reservieren kann. Wir werden bereits in Reserve-Betten ausgelagert, was aber unser Glück ist, denn dadurch haben wir zu dritt ein kleines Einzelzimmer im Untergeschoss mit Blick auf die Senke vor der Hütte und keine überfüllten Massen-Lager.

Memminger HütteAnsonsten ist die Memminger Hütte eine Katastrophe! Viel zu klein, viel zu überfüllt und vor allem unorganisiert!

Einen wirklichen Umkleideraum bevor man in die Hütte kommt gibt es nicht, der Platz dafür sind ca. 2mx2m gleich am Eingang als Durchgang zwischen Wohnbereich und Wirtschaft. Einen Lagerraum für die Sachen gibt es zwar, laut Schild sollen dieses auch Trockenräume sein…das Klima in diesen lässt aber nichts gutes erahnen. Uns wird zwar noch versprochen, dass man die Heizstrahler dort erst anmachen kann, wenn die Küche schließe, am nächsten Morgen merken wir aber…getrocknet hat hier rein gar nichts.

Der Essensraum ist nicht nur überfüllt, sondern die Link Hand weiß nicht was die Rechte tut. Einer sagt „Essen bitte vorne bestellen“, also vorne am Tresen anstellen. Dort heißt es dann nach 10 Minuten warten „nein, der kommt an den Tisch und nimmt die Bestellung auf“..Trinken muss man aber dann doch wieder am Tresen holen…
Das Essen selbst ist so la la, natürlich trotzdem typische Hüttenpreise.

Hüttenpreise

Wer bereits in den Bergen unterwegs war oder sich vorab schlauf gemacht hat weiß eh,

auf Hütten ist alles etwas teurer. Somit rechnen wir eh schon damit.

Allerdings sind wir dann doch des öfteren etwas überrascht und das nicht zum Guten…

Klar, wenn früher Mannen und Esel jede Flasche, jedes Kilo Kartoffeln oder sonstiges

auf ihren Rücken vom Tal zur Hütte trugen, da war ein Hüttenpreis gerechtfertigt.

Heute sieht es aber so aus, dass die Gastronomie-Lieferanten direkt an die Talstationen der Gepäckseilbahnen liefern.

Sicher kostet der Bau und die Instandhaltung solch einer Seilbahn auch etwas,

aber man fragt sich mittlerweile bei diesen Hütten schon,

ob das Argument „Hütte“ für einen Faktor von 1,5 – 2 noch alleine ausreicht…

 

Dafür merken wir die Strecke dann doch in den Knochen: bereits um 21:00h liegen wir in den Betten.

 

Zusammenfassung

Strecke: 12 km (+11km Taxi)

Höhenmeter: +150m / -400m / +1100m

Dauer: xxx

Wetter: Regen

Schwierigkeit: mittel

Note: 2 (bis Holzgau) / 4 (wg. dem Wetter)

Note: 2

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