Fernwanderweg E5: Memminger Hütte – Schihütte Zams

Das Reisetagebuch unserer dritten Etappe auf dem Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Bozen: Memminger Hütte – Schihütte Zams.

Nach einen nassen zweiten Tag hoffen wir auf Besserung…werden aber wettertechnisch stark enttäuscht…dafür zum Ende endlich wieder eine gute Hütte!

Aufstieg zur Seescharte

Da die Memminger Hütte fast überfüllt ist, stehen wir lieber schon um 6:30h auf, kurzes frisch machen und zum Frühstück. Leider ist dieses genauso schlecht organisiert wie die Bewirtung am Abend. Doch der größte Schock steht uns noch bevor: der Trockenraum hat nicht einmal annähernd seinen Namen verdient…wir haben das Gefühl das unsere Sachen noch feuchter sind als am Vortag.
Wir müssen in unsere feuchten Sachen steigen…in die feuchten Schuhe…die feuchten Jacken…ein Gefühl das wirklich widerlich ist…;-)

Um 7:45h machen wir uns auf den Weg. Es ist nebelig, es regnet, wir starten bereits in voller Regenmontur. Eigentlich soll die Ebene hinter der Memminger Hütte mit dem Unteren, Mittleren und oberen Seewisee mit zu den Highlights der Tour gehören. Leider ist davon nichts zu erkennen…wir können in dem dichten Nebel nur erahnen wo sie sich befinden solen. Den gesamten Aufstieg zur Seescharte holen wir nicht einmal Fotoapparat oder Handy heraus…es ist einfach zu nass. Die Bäche bahnen sich bereits neue Wege den Berg herab und waschen die Wege aus.

Der Aufstieg zur Seescharte ist für uns recht hart und beschwerlich…hoffentlich vor allem wegen dem Wetter…zuerst sind es noch lehmige Wege doch schnell kommen nur noch Geröll und Stein. Es sind viele kleine Atempausen, die wir auf dem Weg nach oben einlegen müssen…und wir haben das Gefühl wir sind nicht in bester Verfassung…so viele andere Wanderer, die uns überholen…

Kurz vor der Durchsteigung der Seescharte (2.599m) beginnen die ersten Stellen, an denen man die Stöcker wegpacken muss um sich am Gestein oder Metallseilen festhalten muss. Nach 1,5 Stunden Aufstieg ist die Seescharte selbst ein toller Punkt der Etappe und wäre bei tollem Wetter sicher ein Ort den man auf dem Fernwanderweg E5 genießen wollen würde! Hinter sich die Ebene in der die Memminger Hütte sein müsste (ca. 50m Sichtweite bei Nebel), vor einem eröffnet sich der Blick in ein weiters Tal, dass sich in das schluchtartige Zammer Loch verengt.

Hinab zur Oberlochalpe

Fernwanderweg E5: Blick von Seescharte zur OberlochalpeUnser erster richtiger Abstieg beginnt…rund 1.900m Höhendifferenz nach unten liegen vor uns. Zuerst über Geröll und Steine, dann immer wieder im Zick Zack über grössere Steine hinab bis die ersten Wiesen erscheinen. Auch hier ist das Wetter erst einmal nicht besser, aber es regnet nicht mehr so stark. Der Boden ist allerdings gut durchgeweicht, durch die vielen Rinnsäle und nassen, moosbewachsenen Steine muss man gut aufpassen wo man hintritt.

Nach weiteren 1,5 Stunden erreichen wir die Oberlochalpe auf 1.799m. Endlich sind wir aus den Wolken heraus, der Neben lichtet sich, es hat aufgehört zu regnen und wir können uns aus den Regenklamotten schälen. Zeitweise reißen die Wolken sogar auf und wir können ein paar kurze Sonnenstrahlen genießen. Umgeben von einer Kuhherde, den zwei Hunden der Alm genießen wir eine Johannesbeerschorle.

Durch Zammer Loch nach Zams

Fernwanderweg E5: Oberlochalpe bei Abstieg nach Zams

Es geht weiter, zuerst direkt parallel am Lochbach, dann abseits durch Waldstücke, zum Glück mit wesentlich weniger Schlamm als am Vortag. Mit der Dauer wird es aber nicht weniger anstrengend, die Fußsohlen fangen an zu brennen. Wir geben „Warmes Wasser für alle“ als unser Mantra für die nächsten Kilometer aus…in freudiger Erwartung unseres heutigen Etappenziels.

Der Abstieg hört allerdings nicht auf..nach der geschlossenen Unterlochalpe geht der Abstieg immer weiter am Hang der Schlucht des Lochbachs entlang der sicherlich hundert Meter unter unseren Füßen seinen Weg bergab sucht. In der Ferne erblicken wir aber nach einer Kurve endlich das erste Mal Zams…das Wetter wird mit jedem Höhenmeter nach unten besser, der Himmel reißt auf, immer mehr unserer vorherigen Klamotten-Schichten fallen.
Der letzte Teil herunter nach Zams ist wie Treppensteigen, wir lassen uns erschöpft auf die erste Bank fallen…auch danach gehts nicht lange weiter…wir gönnen uns an einem kleinen Imbisstand eine Cola und genießen einfach das wir nach bereits 6 Stunden den größten Teil hinter uns haben.

Die zweite Schummelstrecke: per Seilbahn zur Mittelstation

Fernwanderweg E5: Abstieg nach ZamsZur Talstation der Venetbahn muss man einmal quer durch Zams. Viele fahren direkt zur Bergstation um dort zu übernachten. Da wir aber einen Lagerplatz in der Schihütte Zams reserviert haben wollen wir nur bis zur Mittelstation und müssen daher etwas länger auf eine Bahn warten…umso mehr Zeit einfach auf der Bank in der Sonne zu sitzen…und schon einmal nasse Sachen trocknen zu lassen.

Für die Spätankommer: gerade für den Halt an der Mittelstation sollte man unbedingt den Fahrplan der Venetbahn beachten. Allerdings bietet die Schihütte Zams gegen ein Extra-Geld von nur 9,– € einen Abholservice im Ort…denn nach dem Abstieg durch das Zammer Loch möchte wohl kaum jemand noch am Abend den Aufstieg zur Hütte zur Fuß auf sich nehmen.

Ein Nachmittag in der Sonne, gemütliche Lager und gutes Essen und verlorene Socken in der Schihütte Zams

Fernwanderweg E5: Schihütte ZamsVon der Mittelstation sind es noch einmal 15 Minuten zu Fuß zur Schihütte Zams. Trotz des beschwerlichen und recht langen Wegs sind wir recht früh und als erste Gäste an der Hütte. Wir können in Ruhe unser Lager beziehen und genießen das erste warme Wasser bei einer ausgiebigen Dusche. Dank der Sonne können wir vor dem Essen noch die Terasse genießen. Der Blick über Zams hinüber zur Seescharte ist beeindruckend, vor allem weit. Wir können es nicht fassen, dass wir diese Strecke alleine heute hinter uns gelassen haben.

Fernwanderweg E5: Lager in der Schihütte ZamsEs gibt für alle ein Essen, davon aber genug, plus Suppe, Salatbuffet, Nachtisch, Obst, Kaffee, … Vegetarier sollten aber dem Wirt bitte vorab Bescheid geben, es ist überhaupt kein Problem, sie sollten es aber einfach vorher wissen. Über den Abend füllt sich die Hütte dann doch noch komplett.

Von dem versprochenen Wäscheservice haben wir uns leider zu viel versprochen. Wir füllen unsere Sachen extra in Wäschesäcke damit wir sie später gesammelt wieder finden, doch leider wird die Wäsche nicht mehr fertig, bevor wir um 22:00h erledigt in die Betten fallen.

 

 

Zusammenfassung

Strecke: 13 km (+Seilbahn)

Höhenmeter: +400m / -1900m

Dauer: 6:30h

Wetter: Regen / Sonne-leicht bewölkt

Schwierigkeit: schwer

Note: 3 (wg. dem Wetter)

Weiter zur Etappe 4: Schihütte Zams – Mittelberg

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