Fernwanderweg E5: Oberstdorf – Kemptner Hütte

Das Reisetagebuch unserer ersten Etappe auf dem Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Bozen: Oberstdorf – Kemptner Hütte.

Morgens um 7:20 geht es am Hauptbahnhof München los. Der ALlgäu EXpress bringt uns in gut 2,5 Stunden nach Oberstdorf, dem Ausgang unserer 12 Etappen zu Fuß über die Alpen.

Es ist eine der wenigen Bahnverbindungen ohne Umsteigen nach Oberstdorf und hat den großen Vorteil zeitlich gut zu passen. Gegen 9:40h ist man am Startpunkt und kann loslegen, entweder zu Fuß durch Oberstdorf zur Spielmannsau…oder wie wir: man schummelt bereits die ersten Kilometer.

 

Das Wetter…

…geht schonmal gut los. Kaum in Oberstdorf gelandet fängt es an zu schütten…Regen, Regen und nochmals Regen. Sollen wir so in unsere 12 Tage starten? Wie fast alle „Mitleidende“ aus dem ALEX-Zug nehmen wir vom Busbahnhof direkt vom Zug aus den sehr kleinen Bus nach Spielmannsau. Nachdem die Strecke grundsätzlich aber nicht so ein schöner Einstieg ist (viel Asphalt) empfiehlt sich der Bus eh. Man sollte nur voher den Fahrplan prüfen.

 

Spielmannsau, der richtige Start

SpielmannsauNun geht es wirklich los. Nach nur ca. 15 Minuten wirft uns der Bus alle in Spielmannsau raus und wir merken sofort: nun geht es los. Ein kleiner Weg zeigt die Strecke vor in die Berge…zwar wolken- und nebelverhangen, aber mittlerweile regenfrei. Nach rund 2 km beginnt ein Pfad immer Entlang am Waldhang, immer wieder geht es an Wasserfällen vorbei. Bereits bei der ersten Brücke denke ich mir „das dürfte nicht jedermans Sache sein“…zwei, drei Mal geht es über dünne Holzplanken und Metallgerüste.

Nach gut 1,5 Stunden sind wir am „Knie“, ein kleines Plateau mit Marien-Schrein, genau der richtige Platz für eine erste Pause, denn laut Karte müsste dies die Hälfte der Strecke sein.

 

Der Aufstieg

Aufstieg Kemptner HütteNach dem Knie wird es anstrengender, aber der Weg lässt einen erahnen, das dies noch eine kleine Eingewöhnung sein dürfte im Vergleich zu dem, was uns die nächsten Tage noch erwartet. Der Pfad wird zu Geröll, die Wasserfälle fließen direkt an unseren Schultern entlang, die Stahlseile zum halten direkt im Wasser.

Aufstieg Kemptner HütteBei der letzten Pause haben wir wir bereits 4/5 der Strecke hinter uns, wissen aber aufgrund des immer dicker werdenden Nebels und der Wolken die uns umhüllt haben von unserem Glück nichts. Umso überraschter sind wir davon, als wie aus dem nichts unser Ziel vor uns auftacht.

 

Kemptner Hütte

Kemptner HütteDie Kemptner Hütte ist relativ gut besucht, wir sind aber auch bereits früh hier, genügend Zeit zum Mittagessen und ausruhen. Die Bettenvergabe beginnt erst um 14:00h, zu diesem Zeitpunkt sind allerdings schon die meisten Gäste in der Hütte. Wir beziehen einen Raum mit 31 Lager-Betten, jeweils 6 auf einer langen Matratze. Erst einmal Mittagschlaf halten, dann duschen und runter die Wirtschaft. Die Dusche war allerdings die kälteste die ich in meinem Leben bekommen habe – warmes Wasser gibts nur bei Sonnenschein und dann auch nur gegen Duschmarke.

Es ist aber alles gut organisiert. Der Eingang ist sozusagen im Keller, es gibt genügend Platz zum Umziehen, der Trockenraum ist direkt am Eingang. Es gibt vor der Tür sogar Bürsten und Wasseranschluss zum säubern der Schuhe.

Das Laden von Handy oder Foto ist absolut unproblematisch, einfach an der Theke abgeben, dort wartet eine lange Mehrfachsteckdose auf die leergelaufenen Elektronik-Artikel.

Das Essen ist typisch Hüttenwirtschaft eher deftig aber gut, der Service gut. Nur das Frühstück lässt dann sowohl in Qualität als auch Preis-Leistungs-Verhältnis schon zu wünschen übrig…trockenes Brot, wenig Butter und Wurst, relativ dünner Tee…die Ausgabe hat schon fast etwas von abgezähltem Gefängnis-Essen.

Zusammenfassung

Strecke: 6,2 km

Höhenmeter: +850m

Dauer: xxx

Wetter: Wolken / Nebel

Schwierigkeit: leicht – mittel

Note: 2

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