Fernwanderweg E5: Zwieselstein – Moos

Das Reisetagebuch unserer siebten Etappe auf dem Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Bozen: Zwieselstein – Moos.

Nach insgesamt drei Tagen (Zwangs-) Ruhepause in Zwieselstein sind wir wieder „heiß“ auf die Tour. Wir wollen es endlich anpacken und pünktlich in Bozen ankommen. Heute wollen wir über das Timmelsjoch in ca. 2509m hinüber nach Italien, dem dritten und letzten Land der Alpen-Überquerung ankommen.

Auf zum Pass am Timmelsjoch

Noch einmal den Komfort einer warmen Dusche und des Frühstücks genießen, dann werden die Rücksäcke wieder geschultert und es geht gemächlich den Weg durch Zwieselstein bis wir links hinauf zum Timmelsjoch abbiegen.

Zuerst geht es noch durch einen Nebel verhangenen Märchenwald, oberhalb der „Gurgler Ache“. Als wir die Baumgrenze hinter uns lassen nähert sich der Weg immer mehr der Passstraße hinauf zum Timmelsjoch. Diese kreuzen wir immer wieder und das Tal verengt sich zusehend.

Endlich wird das Wetter wieder besser, die Wolken reissen auf, die Sonne ist endlich wieder über längere Etappen zu sehen. Der Ausblick ist so wie wir es uns schon bei vielen vorherigen Etappen gewünscht haben. Weit im Hintergrund sieht man die letzten schneebedeckten Gipfel der Ötztaler Alpen.
Immer wieder quert man den rauschenden Bach in diesem kargen, vor allem aus Geröll bestehenden, Tal.

Der Weg ist angenehm, es geht permanent, aber nie zu Steil aufwärts, stetig kommt man dem Ziel immer näher.

Rast am Pass

Nach rund 1000 Höhenmetern ist der wichtigste Abschnitt der Etappe geschafft. Zuerst passiert man die alten Zollgebäude, dann sind wir endlich am Grenzstein. Zwei überdimensionale Stühle stehen sich hier gegenüber, einer auf italienischer, einer auf österreichischer Seite.

Wir genießen die Sonne und legen eine Rast auf der Sonnenterrasse des Rasthaus ein.

Hier ist man nicht so alleine wie auf dem Rest der Etappe, einige Reisegruppen nutzen die Station zur Einkehr. Das Museum „Die Erfahrung“ soll dem Besucher die lange Geschichte des Pass näher bringen. Seit 1919 ist er die Grenze zwischen Tirol und Süd-Tirol, aber bereits um 1241 wurde das Timmeljoch urkundlich erwähnt, bereits 1320 ein Saumweg angelegt. Neben dem offiziellen Handelsweg wurde aber auch immer der Schmuggel entlang der Route betrieben.

Abstieg zum Gasthof Hochfirst

Vom Timmelsjoch steigen wir auf der südtiroler Seite über den Pfad, der hier den E5 bildet, hinab ins Tal. Etwas unterhalb vom Pass geht der Weg parallel zum Timmelsbach.

Man kommt an einem alten Grenzpolizei / Zollposten entlang. Bestimmt auch eine besondere Art des Dienstes, den die Wachen hier schieben mussten. Abseits der Passstraße scheinen sie es hier vor allem auf Schmuggler abgesehen zu haben.

In dem engen Tal wird einem die Kraft und Macht der Alpen noch einmal bewusst.

Auf dem Weg hinab passieren wir enorm große Moosbewachsene Steinquader, als ob diese von Riesen wir murmeln aus den Bergen geschnipst wurden.

Der Weg wird noch einmal flacher, angenehmer und wir wandern über weite Almen, passieren die ersten Höfe und stoßen auf der Höhe des Gasthof „Hochfirst“ auf 1860m wieder die Passstraße. Das Wetter ist einfach zu gut und so machen wir noch einmal auf der Sonnenterrasse Rast. Diese ist auch etwas besonderes, leicht über den Hang gebaut sitzt man am Rand schon etliche Meter über dem Berg, der hier steil weiter ins Teil hinunter geht.

…Bescheisserle nach Moos

Das Rast machen hat uns dann doch stark heruntergezogen und es ziehen dicke, schwarze Wolken auf. Nachdem dann auch noch gerade der Bus vom Timmelsjoch nach Moos die Straße entlangkommt, entscheiden wir uns kurzer Hand zu einer Abkürzung.

Gerade rechtzeitig, denn kaum im Bus angekommen öffnet der Himmel noch einmal seine Tore und es gießt wie sonst etwas.

Übernachtung in der Pension

Moos im Passeiertal ist ein kleines Nest, die Pension ist nach einer kurzen Nachfrage am Dorfplatz schnell gefunden. Irgendwie sind wir doch verwöhnt, wir haben das erste Mal nach einer Woche wieder richtige Betten zur Übernachtung. Kein Lager mit 10 anderen Schnarchern oder Stinkern. Mit Fernseher und vor allem mit Restaurant und Pizzeria direkt im Haus.

Es ist komisch…kaum haben wir Österreich hinter uns gelassen und sind in Südtirol angekommen ist alles besser…angefangen vom Wetter, wir können sogar noch abends draußen sitzen, über die Freundlichkeit der Leute bis hin zum Essen. Wir lassen es uns wieder richtig gut gehen, mit Rotwein, Pasta und Pizza.

Zusammenfassung

Strecke: 13 km

Höhenmeter: +1050m / -1500m

Dauer: x:xxh

Wetter: leicht bewölkt

Schwierigkeit: mittel

Note: 2-3

Weiter zur Etappe 8: Moos – St. Martin

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